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Pyrenäen Juni/Juli 2009


Neue Variante: Die Tour findet wie geplant statt!

Kreuz und quer über den Alpenbogen haben wir schon oft traumhafte Kurven genossen und am Abend vorzügliche Gerichte mit einem guten Glas Wein begossen!

Die Pyrenäen, das wäre mal was: Also, machen wir uns auf den Weg!


Sonntag 28. Juni 2009 – Die Anreise

Von Merenschwand kommend fährt Urs pünktlich um 9 Uhr in Waltenschwil vor. Ich packe grad die letzten Sachen auf mein Bike. Ein letzter Check, wir schwingen uns in die Sättel und wollen vorwärts kommen. Von Lenzburg bis Nyon nehmen wir die Autobahn. Hier biegen wir ab Richtung Col de la Givrine. Endlich Kurven! Wir durchqueren den PARC NATUREL REGIONAL DU HAUT JURA  und gelangen in das zu den zehn schönsten Dörfern Frankreichs zählende Pérouges. Die Suche nach einem Nachtlager endet ganz unspektakulär im Hotel Campanile in Roanne.

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Estavayer-le-Lac – Erster Halt

 

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Auf der Suche nach dem richtigen Weg

 

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Perouges – Ein Bijou von einem Städtchen

 

Urs ist gut gelaunt

Urs ist gut gelaun

 


 

Montag 29. Juni 2009 – Die Auvergne

Die Auvergne und Töfffahren? – Die Auvergne ist ein kleines Töfffahrer-Paradies, ein richtiger Geheimtipp! Hügel um Hügel, Tal um Tal durchziehen das dünn besiedelte Land. Meist gut ausgebauten Strassen und wenig bis kein Verkehr, was will das Töfffahrer Herz mehr. Wir halten oft an und geniessen die grandiose Aussicht. Es ist sehr warm, die Kehlen sind trocken und leichtes Magenknurren macht sich bemerkbar. Da kommt das einsam gelegene Beizli grad recht.

Am Nachmittag erwischen wir ein kleines Seitensträsschen. Es ist mehr ein Waldweg und wir fragen uns ob wir noch auf Kurs sind? – Wir sind es! – Wieder aus dem Wald heraus macht uns die aufkommende Hitze zu schaffen. Wir beschliessen in Cajarc auf Hotelsuche zu gehen. Wir landen/stranden im La Ségalière***.

Kaffeehalt in einem netten Beizli

Kaffeehalt in einem netten Beizli

 

Unsere Bikes

Unsere Bikes

 

Wir streifen ...

Wir streifen …

 

... durch die Auvergne.

… durch die Auvergne.

 

In weiter Ferne weiden Pferde zuoberst auf einem Hügel

In weiter Ferne weiden Pferde zuoberst auf einem Hügel

 

Urs auf dem Pas de Peyrol

Urs auf dem Pas de Peyrol

 

La Ségalière - Unser Hotel in Cajarc

La Ségalière – Unser Hotel in Cajarc

 

Die wohlverdiente Abkühlung nach einem Hitzetag

Die wohlverdiente Abkühlung nach einem Hitzetag

 


Dienstag 30. Juni 2009 – An den Atlantik

Wir fahren weiter südwestwärts. Zu unserer Linken schlängelt sich der Lot durch sein Bett. Zu unserer Rechten ragen gelbbraune senkrechte Wände hoch. Eng an die Felswände schmiegen sich schmucke Dörfer, ja die Häuser sind manchmal direkt in in Felshang gebaut. Einfach traumhaft. Wir sind hin und her gerissen zwischen beschaulichem „Töffwandern“ und rascher Kurvenhatz.

Die letzten Kilometer Richtung Biarritz spulen wir über die Autobahn ab. Biarritz lassen wir vorerst rechts liegen und fahren direkt in das malerische St. Jean de Luz. Wir beschliessen der Hitze zu entfliehen, kurven kurz durch Biarritz und lenken unsere Bikes dann Richtung Pyrenäen. In Cambo-les-Bains begutachten wir ein Hotel. Es entspricht nicht unseren Wünschen. Wir konsultieren unsere Reiseunterlagen und entscheiden uns für die Domaine Xixtaberri. Wir sollen es nicht bereuen! Diese Idylle an traumhafter Lage hoch über Cambo-les-Bains – einfach fantastisch!

Die Gastgeber haben nicht mit Gästen gerechnet. Xixtaberri ist ein echtes Kleinod, weit abseits aller Touristenrouten, und wer dort einkehrt, meldet sich in der Regel im Voraus an. Aber die Gastgeberin verwöhnt uns trotz dem mit Köstlichkeiten aus der Kalten Küche und serviert dazu einen ausgezeichneten Rotwein aus eigenem Anbau. Zum Dessert geniessen wir ein leckeres Stück Kuchen, Kaffee und dazu einen wunderbaren Marc.

 

Am Atlantik - Urs in St-Jean-de-Luz

Am Atlantik – Urs in St-Jean-de-Luz

 

Hoch über Cambo-les-Bains ...

Hoch über Cambo-les-Bains …

 

... geniesst Fredi die fantastische Aussicht ...

… geniesst Fredi die fantastische Aussicht …

 

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… zusammen mit Urs und einem kühlen Bier!

 

Draussen fast wie in den Tropen ...

Draussen fast wie in den Tropen …

 

... drinnen komfortabel eingerichtet.

… drinnen komfortabel eingerichtet.

 

Tischlein deck dich! Urs in freudiger Erwartung auf das Essen.

Tischlein deck dich! Urs in freudiger Erwartung auf das Essen.

 


Mittwoch 1. Juli 2009 – Das Malheur / Der Jakobsweg / Das Geier Valley

Wir frühstücken unter freiem Himmel, breiten danach die Strassenkarten aus und planen unsere Route. Beim Tanken passiert das Malheur. Urs lässt den Zapfhahn für einen Sekundenbruchteil aus dem Tankeinfüllstutzen gleiten und kriegt „eine volle Ladung“ Benzin mitten ins Gesicht. Die Tankwartin ist schnell mit Wasser zur Stelle. Trotz sofortigem Augen ausspülen klingt das Brennen erst nach Minuten ab.

Die nächsten Kilometer lassen wir es gemächlich angehen. Oben in den Bergen treffen wir auf viele Wanderer. Ein Schild am Strassenrand klärt uns auf. Aha! Wir überqueren den Jakobsweg, die alte Pilgerroute zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela im nordwestlichsten Zipfel Spaniens.

Wir sind wieder flott unterwegs. Super Strassen, schöne Kurven, null Verkehr. Kaum eine Viertelstunde später – welch ein Schauspiel: Wenige Meter vor uns landet ein Riesenvogel auf der Randleitplanke, kann sich nicht festkrallen und fällt kopfvoran auf die Strasse. Er rappelt sich wieder auf und schwingt sich mit mächtigen Flügelschlägen empor. Ein Adler, schiesst es mir durch den Kopf. Wir halten an und erleben ein Schauspiel, wie wir es beide noch nie gesehen haben. Adler? Urs korrigiert mich: Das sind Geier! Einzeln und in Gruppen, manche hoch über uns, andere unter uns im Tal, ziehen sie an uns vorbei. Es müssen um die fünfzig sein. Wir kommen aus dem Staunen beinahe nicht mehr heraus. – Geier Valley!

Während der Abfahrt ins Vallée d’Aspe geraten wir in sintflutartige Regenfälle. Bis wir irgendwo unterstehen können sind wir klatschnass.

In Canfranc bestaunen wir den berühmten Bahnhof.

Inzwischen haben wir die französisch-spanische Grenze viermal überquert und nächtigen in Laruns.

Geier im Überflug ...

Geier im Überflug …

 

... im Vorbeiflug ...

… im Vorbeiflug …

 

... beim Start ...

… beim Start …

 

... beim Start ...

… über die Baumwipfel und das Tal …

 

... noch einmal im Überflug ...

… noch einmal im Überflug …

 

... und noch einmal im Vorbeiflug.

… und noch einmal im Vorbeiflug.

 

Strahlend blauer Himmel - Wie lange noch ...

Strahlend blauer Himmel – Wie lange noch …

 

Plötzlich einsetzender sintflutartiger Regen ...

Plötzlich einsetzender sintflutartiger Regen …

 

... zwingt uns zum Unterstehen und Fredi in die Regenmontur.

… zwingt uns zum Unterstehen und Fredi in die Regenmontur.

 

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Urs lacht, er ist noch trocken!

 

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Der Bahnhof von Canfranc …

 

... hier wurden Szenen zum Film Dr. Schiwago gedreht.

… hier wurden Szenen zum Film Dr. Schiwago gedreht.

Detaillierte Infos finden sich unter diesen Links: Das Canfranc-Projekt und Wikipedia/Canfranc.

 


Donnerstag 2. Juli 2009 – Col d’Aubisque / Col du Tourmalet / Col d’Aspin – Tour de France Feeling

Heute ist Pässe-Tag. Schon nach wenigen Kehren am Col d’Aubisque zwängen wir uns die die Regenkombis. Von der Landschaft bekommen wir fast nichts mit, der Nebel zwingt uns zu höchster Konzentration und Vorsicht. Mehrere Kilometer absolvieren wir nahezu im Schritttempo. Erst über den Col d’Aspin und dann weiter südlich, wieder in Spanien, wird es wieder sonnig und immer wärmer – und in Sort finden wir sogar ein Hotel mit einem grossen Pool!

Laruns am Fuss des Col d'Aubisque - Hier haben wir übernachtet

Laruns am Fuss des Col d’Aubisque – Hier haben wir übernachtet

 

Pause in Argelès-Gazost

Pause in Argelès-Gazost

 

Urs auf dem legendären Tour de France-Pass ...

Urs auf dem legendären Tour de France-Pass …

 

... dem Col du Tourmalet.

… dem Col du Tourmalet.

 

 

Der Col de Peyresourde ...

Der Col de Peyresourde …

 

... 1569 m ü.M. ...

… 1569 m ü.M. …

 

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… in den Ritzen hat es …

 

... in den Ritzen hat es ...

… leckere Streusalzresten vom letzten Winter.

 

Blick auf Vielha ...

Blick auf Vielha …

 

... und talabwärts

… und talabwärts

 

Feudaler Parkplatz ...

Feudaler Parkplatz …

 

... in Blickweite des Pools ...

… in Blickweite des Pools …

 

... im geschlossenen Park.

… im geschlossenen Park.

 

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Urs, die Wasserratte …

 

... fühlt sich pudelwohl ...

… fühlt sich pudelwohl …

 

... ?

… ?

 


Freitag 3. Juli 2009 – Über Andorra an die Costa Brava

Heute erklimmen wir das Dach der Tour. Die Anfahrt auf der N-260 über den Coll del Cantó nach Andorra ist ein wahrer Leckerbissen für Kurvenfreaks. Und der Ausblick auf die Bergwelt der Pyrenäenist gewaltig. Wir halten ein paar Mal an und lassen unsere Cyber-Shots klicken. – So haben wir uns die Pyrenäenbergwelt vorgestellt!

Die Hauptstadt Andorra la Vella lassen wir links liegen. Es wird schnell gebirgig. Schmucke Dörfer säumen die Strasse. Seilbahnen und Skilifte erschliessen die Hänge bis hoch hinauf auf die Gipfel. Man wähnt sich fast irgenwo im Bündnerland. Der/die/das Port d’Envalira mit 2407m ü.M. ist Grimsel-Furka-Susten in ‚passunion‘. Wir fahren ein Wegstück zurück und geniessen das Kurvenlabyrinth  noch einmal; und dann sind wir wieder in Frankreich. Betonklotz an Betonklotz: Wintersportorte.

Wir streben rasch südwärts und sind wenig später wieder in Spanien. Die N-152 zwischen Puigcerda und Ripoll: Ein 60km langer Kurventraum! In Llançà logieren wir im Hotel Grifeu direkt am Meer.

Rundum Pyrenäen ...

Rundum Pyrenäen …

 

... und Kurven ...

… und Kurven …

 

... und in Andorra endlich eine Tankstelle!

… und in Andorra endlich eine Tankstelle!

 

Port d'Envalira 2404 m ü.M. an Andorras Westgrenze zu Frankreich

Port d’Envalira 2404 m ü.M. an Andorras Westgrenze zu Frankreich

 

Von Puigcerdà führt eine absolute Traumstrasse über LA COLLADA DE TOSES nach Ripoll

Von Puigcerdà führt eine absolute Traumstrasse über LA COLLADA DE TOSES nach Ripoll

 

Null Verkehr ...

Null Verkehr …

 

... Urs im Schuss!

… Urs im Schuss!

 

Blick vom Hotelzimmer südwärts über die Costa Brava

Blick vom Hotelzimmer südwärts über die Costa Brava

 

... und nordwärts Richtung Frankreich

… und nordwärts Richtung Frankreich

 

Urs und Fredi warten auf den wohlverdienten Apéro

Urs und Fredi warten auf den wohlverdienten Apéro

 


 

Samstag 4. Juli 2009 – Nordwärts Richtung Ardèche

Wir nehmen die kurvenreiche Küstenstrasse Richtung Norden. Etwa auf halbem Weg von Narbonne nach Montpellier verlassen wir die Autobahn und ziehen nordwärts durch die Cevennen. Hoch oben auf einem Plateau mit herrlicher Fernsicht rasten wir. Die Kurvenhatz hat uns durstig gemacht. Frisch gestärkt schwingen wir uns wieder in die Sättel. Es herrscht kaum Verkehr. Wir finden schnell unseren Rhythmus und kommen zügig voran. Auf einem Hügelzug mit herrlicher Aussicht/Fernsicht geniessen wir unseren unseren Mittagshalt mit einem feinen Sandwich. Als wir in Villefort endlich ein Hotel finden, haben wir noch Glück. Das Hotel Balme steht unmittelbar an der Hauptstrasse aber unsere Zimmer liegen nach hinten zum Hof. Das Abendessen schmeckt ausgezeichnet.

In der Ardèche ...

In der Ardèche …

 

... ein wunderschön gelegenes Beizli

… ein wunderschön gelegenes Beizli

 

Unvermittelt landen wir bei einem Observatorium ...

Unvermittelt landen wir bei einem Observatorium …

 

... geniessen einmal mehr das herrliche Panorama

… geniessen einmal mehr das herrliche Panorama

 


 

Sonntag 5. Juli 2009 – Die Ardêche

Wieder ein Malheur! – Schon kurz nach der Wegfahrt in Villefort halten wir an und zücken unsere Kameras. Bei der Wegfahrt lasse ich meine Sonnenbrille auf dem Sozius liegen. Allerdings bemerke ich es erst 170 km später! Das Ding hat Gleitsicht-Korrekturgläser und eine Stange Geld gekostet. Wir beschliessen umzukehren. Auf dem Rückweg geraten wir in einen Wolkenbruch der gröberen Sorte. – Urs findet die Brille ein paar hundert Meter  von unserem Fotohalt entfernt plattgewalzt. Bis am Abend geraten wir noch hie und da in einen Wolkenbruch. Die Hotelsuche endet wieder recht spät in Soyons, wenige Kilometer südlich von Valence. LE DOMAINE DE SOYONS ist eine angemessene Herberge für die letzte Nacht.

Wir sind mitten in der Ardèche ...

Wir sind mitten in der Ardèche …

 

... traumhaft.

… traumhaft.

 

Eine letzte Pause

Eine letzte Pause

 


 

Montag 6. Juli 2009 – Die Heimreise

Schon kurz nach der Wegfahrt nehmen wir die Autobahn um Lyon zu umfahren. Bei der Ausfahrt Nr. 8 zweigen wir ab Richtung Jura und Vallée de Joux. Auf der Abfahrt vom Col du Marchairux geniessen wir die herrliche Aussicht auf den Genfersee. Der Col du Mollendruz ist schnell erklommen. Bei Orbe entschliessen wir uns für die Autobahn. Etwas müde aber wohlbehalten gönnen wir uns den Schlusstrunk in der Linde Büttikon.

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